Kurzbiografie: Lewis Sperry Chafer


 1. Einleitung

Lewis Sperry Chafer (1871–1952) war ein amerikanischer Theologe, Evangelist und Gründer des Dallas Theological Seminary. Er gilt als einer der führenden Vertreter des Dispensationalismus und hat mit seinen Schriften und seiner Lehre maßgeblich zur Verbreitung dieser theologischen Sichtweise beigetragen. Sein Leben und Werk zeigen eine tiefe Hingabe an Gott und die Heilige Schrift.

2. Lebenslauf

Chafer wurde am 27. Februar 1871 in Rock Creek, Ohio, geboren. Er wuchs in einem gläubigen Elternhaus auf. Sein Vater, Reverend Thomas Franklin Chafer, war ein Pastor, der eine theologische Ausbildung am Auburn Theological Seminary absolvierte. Nach dem frühen Tod seines Vaters 1882 übernahm seine Mutter Lois Lomira Sperry, eine walisische Wesleyanerin, die Verantwortung für die Familie.

Chafer besuchte zunächst das New Lyme Institute und später das Oberlin College, wo er nicht nur eine akademische Ausbildung erhielt, sondern auch seine musikalischen Fähigkeiten entwickelte. Dort lernte er seine spätere Ehefrau, Ella Loraine Case, kennen. Das Paar heiratete 1896 und begann gemeinsam mit evangelistischen Diensten. Ella unterstützte ihn dabei als Musikerin und Solistin.

Von 1897 bis 1914 widmete sich Chafer der Evangelisation, zunächst als Sänger, später auch als Prediger. Während dieser Zeit kam er in Kontakt mit dem bekannten Theologen und Bibellehrer C. I. Scofield, der sein theologisches Denken nachhaltig prägte. Scofield und Chafer arbeiteten eng zusammen, insbesondere im Kontext der Sommerbibelkonferenzen in Northfield, Massachusetts, die von D. L. Moody gegründet wurden.

3. Theologische Ausrichtung

Chafer war ein glühender Verfechter des Dispensationalismus, einer theologischen Sichtweise, die die Heilsgeschichte in verschiedene Zeitalter oder Haushaltungen Gottes unterteilt. Er betonte die wörtliche Auslegung der Bibel und die klare Unterscheidung zwischen Israel und der Kirche. Seine prämillennialistische Sicht der Endzeit war zentral für seine Theologie, und er setzte sich leidenschaftlich für die Verbreitung dieser Lehren ein.

Ein bemerkenswerter Aspekt von Chafers Theologie war seine Fähigkeit, komplexe Themen in einer klaren und verständlichen Sprache darzulegen. Dies zeigte sich besonders in seiner achtbändigen Systematic Theology, die bis heute als Standardwerk für dispensationalistische Theologie gilt.

4. Hauptwerke und Beiträge

Neben seiner Systematic Theology verfasste Chafer zahlreiche Bücher, die sich mit zentralen Themen der christlichen Lehre befassten. Dazu gehören:

  • Satan (1909)
  • True Evangelism (1911)
  • The Kingdom in History and Prophecy (1915)
  • He That Is Spiritual (1918)
  • Major Bible Themes (1926)

Seine Schriften wurden in mehrere Sprachen übersetzt und hatten weltweit Einfluss. Von 1940 bis 1952 war er Herausgeber der Zeitschrift Bibliotheca Sacra, durch die er theologische Diskussionen prägte und vertiefte.

5. Einfluss auf die Kirchengeschichte

Die Gründung des Dallas Theological Seminary im Jahr 1924 war wohl Chafers größter Beitrag zur Kirchengeschichte. Unter seiner Leitung wurde die Schule zu einem Zentrum für die Lehre des Dispensationalismus und bildete zahlreiche Theologen aus, darunter Persönlichkeiten wie John Walvoord und Charles Ryrie.

Chafers Einfluss reichte weit über die Vereinigten Staaten hinaus. Seine Lehren inspirierten Gemeinden, Missionswerke und theologische Institutionen weltweit.

6. Biblische Perspektive

Chafer betonte stets die Autorität und Inspiration der Bibel. Seine theologische Methodik basierte auf der wörtlichen Auslegung der Schrift, was besonders in seiner Sicht auf die Prophetie deutlich wird. Für ihn war die Bibel das unverrückbare Fundament aller theologischen Wahrheit, und er ermutigte Christen, die Schrift mit einem offenen und unvoreingenommenen Geist zu studieren.

7. Fazit

Lewis Sperry Chafer war ein Mann von unerschütterlichem Glauben und außergewöhnlicher Hingabe. Sein Werk hat Generationen von Christen geprägt und bietet bis heute wertvolle Einsichten für das Studium der Bibel. Sein Vermächtnis lebt in seinen Schriften, seiner Lehre und den vielen Theologen, die durch ihn inspiriert wurden, weiter.


Soli Deo Gloria,

allein GOTT die Ehre.


8. Zitierte Quellen

  • Wholesome Words. „Biographical Sketch of Lewis Sperry Chafer.“ (wholesomewords.org)
  • Chafer, L. S. Systematic Theology. Dallas: Dallas Theological Seminary, 1948.
  • Dallas Theological Seminary. „Lewis S. Chafer, 1924–1952.“ (dts.edu)

Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑